Über uns

Geschichte und Gegenwart – vom Kinderdorf zum Familienwerk

Das Albert-Schweitzer-Familienwerk wurde auf Initiative von Bernd Papke und weiteren sozial engagierten Bürgern im Juni 1990 in Zerbst gegründet. Vorrangiges Ziel war der Aufbau eines Kinderdorfs. In den 1990er Jahren wurden die bisher staatlichen Heime an freie Träger der Jugendhilfe übergeben. 1991 übernahmen wir erste Häuser sowie Heime für Kinder und Jugendliche. Durch die engagierte fachliche Arbeit des Vereins konnten wir den Kreis unserer Einrichtungen über die Jahre hinweg stetig erweitern.

Um die uns anvertrauten Kinder, Jugendlichen und Familien optimal zu fördern, betreiben wir inzwischen vielfältige stationäre, teilstationäre und ambulante Einrichtungen. Rund 440 Fachkräfte gestalten hier das differenzierte pädagogische Angebot. Heute ist das Albert-Schweitzer-Familienwerk Sachsen-Anhalt e.V. ein bekannter und angesehener freier Träger der Jugendhilfe in unserem Bundesland.

Gemeinsam eröffnen wir Kindern, Jugendlichen und ihren Familien neue Perspektiven. Durch vorbeugende, Familien stützende Angebote, aber auch in den besonders berührenden Fällen, in denen die uns anvertrauten jungen Menschen auf eine schwere Vergangenheit zurückblicken. Das Albert-Schweitzer-Familienwerk Sachsen-Anhalt hält heute für Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene und Familien, die kurz- oder längerfristig Beistand benötigen, zahlreiche differenzierte Angebote bereit.

Albert Schweitzer wurde 1875 im elsässischen Kayserberg geboren und wuchs im Vogesen-Ort Günsbach auf. Selbst aus einer Pfarrersfamilie stammend, studiert er Theologie und Philosophie. Schweitzer hört von der Not der Menschen in Afrika und beschließt 1905, Medizin zu studieren. Als Missionsarzt reist der 38-Jährige 1913 mit seiner Frau, der Krankenschwester Helene Bresslau, in die französische Kongo-Kolonie. Dort errichtet und leitet er das im heutigen Gabun gelegene Urwaldspital Lambarene.

1954 erhält Schweitzer (rückwirkend für 1952) den Friedensnobelpreis für seinen Einsatz in Lambarene und sein Bemühen um die Völkerverständigung. Der Theologe, Mediziner und Bach-Interpret setzt sich weiterhin leidenschaftlich für den Frieden ein und spricht sich energisch gegen Atomtests aus. 90 Jahre alt, stirbt Albert Schweitzer am 4. September 1965 in Lambarene und wird dort beigesetzt.

Das Albert-Schweitzer-Familienwerk Sachsen-Anhalt wurde 1990 als überkonfessioneller und parteienunabhängiger familienorientierter Träger der Kinder-, Jugend- und Behindertenhilfe in Zerbst/Anhalt gegründet. In unseren Kinderdorfhäusern, Heimen oder intensivpädagogischen Einrichtungen können über 400 Kinder, Jugendliche und Behinderte stationär und teilstationär aufgenommen werden. Je nach Betreuungsbedarf werden beispielsweise familiennahe Wohngruppen, Verselbstständigungstrainingsgruppen, Betreutes Wohnen und Nachbetreuung, Mutter-Kind-Wohngruppen, Fünf-Tages-Gruppen, lerntherapeutische Gruppen und andere Hilfeformen angeboten.

Zu den Angeboten des Albert-Schweitzer-Familienwerkes gehören eine Sozialpädagogische Familienhilfe und eine Erziehungs- und Familienberatungsstelle. Außerdem betreibt der Verein eine Kinder- und Jugendbegegnungsstätte. Vier dezentral gelegene Albert-Schweitzer-Kinderdorfhäuser bieten Kindern und Jugendlichen ein neues Zuhause, wenn sie aus unterschiedlichsten Gründen ihren familiären Lebensraum vorübergehend oder auf Dauer verloren haben.

Zum Albert-Schweitzer-Familienwerk gehören auch Kindertagesstätten in Zerbst/Anhalt, Walternienburg, Steutz und Güterglück für 361 Kinder zwischen sechs Monaten und sieben Jahren in teilweise altersgemischten Gruppen mit angegliederten Hortgruppen. Die über 440 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in unseren Einrichtungen stellen das Wohl und die individuelle Förderung der Kinder, Jugendlichen, jungen Erwachsenen und ihrer Familien in den Mittelpunkt. Das erfordert ein hohes Maß an Professionalität, Engagement und Ideenreichtum.